Die Fliegl App

Ansprechpartner In-/Ausland:

KWK-Bonus – effiziente Logistik – Düngergewinnung

Fliegl RondoDry mit neuem Trocknungsverfahren

Warum Wasser bevorraten und als Ballast transportieren, wenn es doch um Gülle und ihre wertvollen Inhaltsstoffe geht? Fliegls Gülle- und Trocknungsexperten haben mit dem RondoDry eine Anlage entwickelt, die in einem speziellen Verfahren separierter Gülle Wasser entzieht, sodass Lager- und Transportkapazitäten ökonomischer ausgeschöpft werden können.

Als Resultat des Trocknungsprozesses liefert die Anlage hochwertigen Dünger (Ammoniumsulfat-Lösung). Außerdem kommen RondoDry Betreiber in den Genuss einer extra Kraft-Wärme-Kopplungs-Förderung (KWK-Bonus).

Im Inneren des RondoDry rotiert eine mit Gitterrosten bestückte Trommel. Die Roste – insgesamt ca. 400 Quadratmeter Gitterfläche – tauchen während der Drehbewegung immer wieder in die in den RondoDry gepumpte separierte Gülle ein, nehmen Flüssigkeit auf und transportieren sie nach oben. Hocheffiziente Ventilatoren erzeugen über einen Wasser-Luft-Wärmetauscher Warmluft, die auf die güllebenetzten Gitterroste strömt. So werden der Gülle Flüssigkeit und Ammoniak entzogen – die angereicherte Luft bläst der RondoDry anschließend in einen Luftwäscher. Unter Zugabe von Schwefelsäure werden 99% des Ammoniaks aus der Luft gelöst und in einer Ammoniaksulfat-Lösung (ASL) aufgefangen, die als mineralischer Dünger mit exzellenten Eigenschaften gezielt eingesetzt werden kann. Auf dem Feld gelangt die flüssige Substanz zwischen den Halmen hindurch direkt an die Wurzeln – Nährstoffe verflüchtigen sich nicht und es bildet sich kein Düngerteppich, wie etwa beim Ablegen von Gülle (abgesehen von bodennaher Ausbringung bzw. Injektion).

RondoDry Betreiber in Deutschland kommen zusätzlich in den Genuss einer Förderung durch den Kraft-Wärmekopplungsbonus, der wesentlich zur Refinanzierung der Anlage beiträgt: „Im Erneuerbare-Energien-Gesetz ist geregelt, dass die Verdampfung eines Liters Wasser mit einem Energieaufwand von 1,5 kW dazu berechtigt, den KWK-Bonus zu beziehen“, sagt Anton Hinterholzner, der an der RondoDry Entwicklung beteiligt war. „Im Testbetrieb hat der RondoDry mit 1 Liter pro kW das zu erwartende Messergebnis weit übertroffen. Wer den RondoDry nutzt, kann den KWK-Bonus beziehen – auch ohne 400 Meter Wärmeleitungsnetz, das viele Umweltgutachter bisher vorausgesetzt haben.“ Fliegl hat sich den Anspruch auf diese Förderung in einem Rechtsgutachten bestätigen lassen.

Durch die Entwässerung steigt im Verhältnis der Trockensubstanzgehalt in der Gülle. Der Betreiber definiert die Wassermenge, die verdunstet werden soll, abhängig von der Ausbringtechnik, die er verwendet. Die Gülle muss pumpfähig bleiben, um sie entnehmen und ausbringen zu können. Mit Hilfe eines integrierten Fliegl Wiegesystems wird die Verdunstungsmasse ermittelt und der Vorgang kontinuierlich überwacht. „Wir bevorzugen separierte Gülle mit einem Trockensubstanzanteil von etwa 3%“, so Hinterholzner. „Verdampft die Hälfte des Wassers, verdoppelt sich die Relation der Trockensubstanz zum Wassergehalt. Von beispielsweise 3000 eingehenden Litern mit 3% Trockensubstanzgehalt bleiben 1500 Liter mit 6% Trockensubstanzgehalt.“ Diese Massereduktion entlastet neben der Lager- auch die Transportkapazitäten – verdunstetes Wasser muss nicht im Fasswagen auf der Straße gefahren werden.

Der neue RondoDry von Fliegl benötigt lediglich eine Warmwasserzufuhr und einen Stromanschluss, wobei der Stromverbrauch von Ventilatoren und Trommelantrieb bei unter 1 kW/h liegt. Anton Hinterholzner: „Eine von Fliegl entwickelte intelligente Wärmemanagement-Software reagiert variabel auf wechselnde Szenarien. Will etwa der Betreiber anfallende Wärme eines BHKW zur Versorgung vorgelagerter Verbraucher verwenden, schaltet sich das RondoDry System ab und bei Bedarf wieder zu. So kann die komplette thermische Energie sinnvoll ausgeschöpft werden – ob 100 oder 500 kW.“

Mit seinem EcoDry hat Fliegl schon ein Produkt etabliert, das separierte Gärreste trocknet und lagerfähig macht. Der RondoDry behandelt nun auch die Flüssigphase, die das Ammoniak enthält, das aufs Feld gelangen soll, das aber andererseits die 170N-Bilanz beeinträchtigt. Anton Hinterholzner will drei Pluspunkte darstellen: „Unsere Kunden profitieren vom KWK-Bonus, sie erhöhen ihre Lager- und Transporteffizienz und sie erzeugen Qualitätsdünger – dem stehen überschaubare Anschaffungs- und geringe Betriebskosten gegenüber.“